Jährlich sterben bis zu einer Million Menschen an den Folgen der Grippe, auch Influenza genannt. Schon seit Jahrhunderten kann sich die Menschheit nicht dauerhaft ausreichend vor den Krankheitsviren abschirmen. Die Influenzaviren werden dabei in die Typen A, B und C eingeteilt. Im menschlichen Körper finden sich aber meist die Erreger des Typs A und B. Es existieren auch noch einige Untertypen des Typs A.

Wie verheerend Grippeviren und weltweite Seuchen für den Menschen sind, zeigt eine Tabelle der Weltgesundheitsorganisation WHO, die einige verheerende Pandemiezahlen veröffentlich hat:

  • 1347 bis 1352: Die Pest wütet besonders stark und breitet sich über ganz Europa aus. Über 25 Mio. Todesopfer. Das war ein Drittel der damaligen europäischen Bevölkerung!
  • 1918 bis 1920: Die Spanische Grippe treibt Ihr Unwesen und verbreitet sich rasend schnell über den ganzen Erdball hinweg. Es gibt 500 Mio. Infizierte und geschätzte 20 bis 50 Mio. Tote
  • 1896 bis 1945: Durch den ersten und zweiten Weltkrieg und die sich daraus ergebenden schlechten Hygienebedingungen kann sich die Pest erneut ausbreiten. Sie fordert weltweit ungefähr 12 Mio. Tote.
  • 1957: Die asiatische Grippe breitet sich aus und gilt als die zweitschlimmste Influenza-Pandemie des 20. Jahrhunderts. Sie startet ihren tödlichen Feldzug von China aus und wird durch einen Erreger ausgelöst, der eine Kreuzung aus einem menschlichen und Vogelgrippevirus ist. Der Grippe fallen weltweit 1 Mio. Menschen zum Opfer, davon alleine 30.000 in Deutschland.
  • 1968: Die Hongkong-Grippe hat den gleichen Erreger wie die Spanische Grippe. Diese Grippe war die letzte große Pandemie und kostet ungefähr 700.000 Menschen weltweit das Leben.
  • 1977/78: Russische Grippe, 700.000 Tote, Subtyp A/H1N1 (Fallzahlen und Klassifikation als Pandemie umstritten)
  • seit 1980:  AIDS/HIV ist ein erworbenes Immundefektsyndrom, das schrittweise das Immunsystem zerstört. Seit dem ersten Auftreten des Aidsvirus sind bereits mehr als 20 Mio. Menschen der Erkrankung zum Opfer gefallen. Besonders verheerend wütet Aids in unterentwickelten Ländern wie Afrika oder Asien.
  • 2009: Schweinegrippe, 18.000 Tote, Subtyp A/H1N1 (Fallzahlen und Klassifikation als Pandemie umstritten)

Viptamin Erkältung

Dient die Inkubationszeit als Schleuder für Krankheitsviren?

Das ganze Horrorszenario um Krankheitsviren wird noch von einem weiteren gefährlichen Aspekt begleitet: Der Inkubationszeit. Damit ist der Zeitabschnitt zwischen Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome gemeint. Die Inkubation ist besonders heikel, das sie den Erregern genug Platz gibt, um sich in aller Ruhe zu vermehren.

Die Inkubationszeit bei Ebola liegt dabei zum Beispiel in der Regel zwischen 8 und 10 Tagen. In dieser Zeit weiß der Infizierte aber nicht, dass er das Ebolavirus bereits in sich trägt. Dadurch kann er wieder leicht andere Menschen anstecken, die wiederum andere Personen damit infizieren. Die Erkrankung vermehrt sich blitzschnell weiter, ehe sie erkannt und vernichtet wird.

Grippeviren brauchen Wirtszellen

Krankheitsviren haben kein Interesse am Aussterben. Krankheitsviren wollen sich vermehren, verbreiten und das am besten über die ganze Welt. Der Körper des Menschen ist dabei sein wichtigster Überträger, der nicht so schnell vernichtet werden darf. Denn stirbt der Mensch, sterben auch die Wirtszellen, und die Viren werden vernichtet, da sie ohne Wirtszellen nicht überleben können.

Einige Erreger schaffen es nicht, sich schnell genug weiter zu vermehren. Das hat zum Beispiel der Ebolavirus gezeigt. Die Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankung ist sehr kurz und der Krankheitsverlauf endet meist tödlich. Für das Ebolavirus bleibt dann keine Zeit mehr, sich neue Wirtszellen zu suchen, sich zu vermehren – und es stirbt dabei mittelfristig selbst aus.

Schutz vor Krankheit: Kann man sich gegen Grippeviren immunisieren?

Grippeviren übertragen sich auf so viele verschiedene Arten, das es beinahe unmöglich ist, sich völlig davor zu schützen. Meistens werden die Grippeviren durch direkten Kontakt mit einem infizierten Menschen oder den Austausch von Körperflüssigkeiten übertragen.

Erkrankungen wie Grippe, Masern, Scharlach oder SARS verbreiten sich z.B. durch Tröpfcheninfektionen beim Anhusten. HIV wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder verunreinigte Bluttransfusionen übertragen und Rota-Viren verbreiten sich durch mit Stuhlresten verunreinigtes Wasser und verursachen schwere Durchfallerkrankungen. Was also tun? Schutzmasken können ja nicht auf Dauer eine Lösung sein.

Der Körper ist mit einem ausgeklügelten Immunsystem ausgestattet, das ihn vor den sämtlichen Erregern wie Viren schützt. Allerdings gibt es dabei eine wichtige Voraussetzung, damit das körpereigene Abwehrsystem einen Krankheitserreger überhaupt angreifen und vernichten kann: Es muss den Fremdkörper zuerst erkennen.

Der Körper erkennt aber nur eine bestimmte Anzahl Viren und dabei vor allen diejenigen, die ihn bereits einmal infiziert hatten. Dringen diese Viren erneut ein, können Sie dem Menschen nichts mehr anhaben, weil das Immunsystem den Eindringling erkennt, ihn als „bösartig“ einstuft und sofort vernichtet.

Impfungen können gegen Grippeviren wappnen – aber nicht immer!

Auf diese Weise funktionieren auch Impfungen. Dabei werden einige wenige Krankheitsviren (oder eine schwache/geschwächte Art dieser Viren) in den Körper geschleust. Der Körper reagiert sofort, in dem er eine Immunität gegen diese Erreger bildet und dadurch vor kommenden Infektionen gewappnet ist.

Würde das alles reibungslos funktionieren, gäbe es schon lange keine Viren oder Seuchen mehr. Vor allen Dingen die permanente Forschungsarbeit hilft dabei, Epidemien einzudämmen und weltweite Bedrohungen wie zum Beispiel die Influenza zu verringern. Aber leider sind die Viren schlau und überlisten das menschliche Immunsystem, in dem sie sich permanent weiterentwickeln oder mutieren.

Das führt dazu, dass Grippewellen jedes Jahr wieder neu auftreten und Epidemien in Abständen von etwa zehn Jahren wiederkehren. Mit dem Ergebnis, dass Viren viele tausend Menschen töten oder sogar Pandemien auslösen können und damit erschreckende Ausmaße annehmen.

Sollte eine neue Grippewelle die Welt überrollen, dann wird es definitiv nicht genug Impfstoff für jeden einzelnen geben. Durchschnittlich vier bis acht Wochen braucht eine Grippewelle, bis sie durch Deutschland gezogen ist.

Das ist bei weitem nicht genug Zeit, um Impfviren in großen Mengen zu produzieren. Der Zeitraum würde höchstens ausreichen, um einen Impfstoff herzustellen, der die Bevölkerung vor einer zweiten Grippewelle schützt, die erfahrungsgemäß danach noch einmal über das Land hinwegzieht.

Pandemie-Gefahr: Die Politik ist gefragt

Die Politik der Länder ist deshalb gefragt, wenn es um einen genauen Pandemie-Plan inklusive Einlagerung der Impfstoffe und Abwicklung im Impfnotfall geht.

Doch Impfungen allein bieten keinen hundertprozentigen Schutz. Das macht es für jeden Menschen umso wichtiger, das körpereigene Immunsystem so zu stimulieren, dass es dauerhaft resistent bleibt und genug Antikörper entwickelt, damit es eindringende Viren erfolgreich abwehren kann.

Viele Mediziner halten es sogar für ratsam, hin und wieder eine leichte Erkältung zu bekommen, damit das Immunsystem reagieren muss und gezwungen ist, neue Abwehrmechanismen zu entwickeln.

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